Venae superficiales cerebri
Die Venae superficiales cerebri stellen das Gegenstück der Vv. profundae cerebri dar.
Sie dienen zur venösen Drainage an der Großhirnrinde (Cortex), der subkortikalen Zone sowie Teilen der Marksubstanz.
Die Venae superficiales cerebri leiten das Blut über die Sinus durae matris in die Vv. jugulares internae.
In diesem Artikel gehen wir genauer auf die Anatomie, die Zuflüsse und den Verlauf der Venae superficiales cerebri ein.
Drainage | Brückenvenen -> Sinus durae matris -> Vv. jugulares internae |
Zuflüsse |
Vv. corticales Vv. medullares |
Versorgungsgebiet |
Cortex Teile der Marksubstanz |
Verlauf
Die Vv. superficiales entspringen aus einem Venennetz, das innerhalb der Pia mater des Gehirns verläuft und erhalten über die Vv. corticales und die Vv. medullares Zufluss aus dem Cortex, der subcorticalen Zone beziehungsweise Teilen der Marksubstanz. Je nach ihrer Lokalisation findet eine Unterteilung statt:
- 6-12 Vv. superiores cerebri (Vv. superficiales ascendentes cerebri), die entlang der oberen, scheitelnahen Facies lateralis des Gehirns als Vv. prefrontales, Vv. frontales, Vv. parietales, und Vv. occipitales verlaufen. Sie drainieren das venöse Blut in den Sinus sagittalis superior.
- Vv. inferiores cerebri (Vv. superficiales descendentes cerebri), die entlang der unteren Facies lateralis des Gehirns als Vv. temporales inferiores, Vv. orbitae und V. uncalis verlaufen. Sie drainieren das venöses Blut in den Sinus transversus.
- V. media superficialis cerebri, die entlang des Sulcus lateralis des Gehirns verläuft, und die das venöse Blut in den Sinus sphenoidalis drainiert. Über die V. anastomotica superior (Trolard-Vene) hat die V. media superficialis zudem Anschluss an den Sinus sagittalis superior, über die V. anastomotica inferior (Labbe-Vene) an den Sinus transversus.
- Vv. praefrontales, frontales, parietales und occipitales, die an der Medialseite der Gehirnoberfläche verlaufen. Sie drainieren das venöse Blut in den Sinus sagittalis superior.
Die Verbindung zwischen den Vv. superficiales cerebri und den Sinus durae matris erfolgt über Brückenvenen, die die Dura mater durchbrechen. Des Weiteren bestehen Anastomosen zu den Vv. profundae cerebri.
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Die Blutversorung des Gehirns ist ganz schön komplex - prüfe und vertiefe dein Wissen über die oberflächlichen Gehirnvenen doch mit folgendem Quiz und den folgenden Lerneinheiten:
Klinik
Bei schweren Kopfverletzungen wie beispielsweise Schädel-Hirn-Traumata kann es zum Riss der Brückenvenen und somit zu einem Subduralhämatom kommen. Dabei handelt es sich um eine Einblutung zwischen Dura mater und Arachnoidea, die sich in der Bildgebung als sichelförmige Raumforderung darstellt.
Symptome entstehen durch die intrakranielle Druckerhöhung und folgende Gehirnkompression sowie die mögliche Einklemmung von Gehirnteilen. Dazu zählen Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen, Übelkeit, Erbrechen und Störungen in der Pupillenweite und -motorik.
Starke Subduralblutungen erfordern eine Druckentlastung, die über die Eröffnung der Schädelkalotte (Kraniotomie) erfolgt.
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